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Friends will be friends

Mit Rockbands ist das so ein Ding. Man ist Fan. Man bewundert sie. Man will einfach mit ihnen Backstage ein zwei acht zehn Bier trinken. Für manche vielleicht ein Traum. Für die, die vor der Bühne stehen und hoffen, einen Blick nach hinten zu erhaschen, sicherlich.

Ich war eine von denen. Größter Anti-Flag Fan aller Zeiten. Und 2005 geschah das, was ich mir nie erträumen ließ: Ich durfte beim Catering des Helfenstein Festivals in Geislingen an der Steige helfen. Hauptact: Anti-Flag. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Wer jetzt denkt, es folge eine Liebeserklärung und Lobeshymne auf Rockbands und ihre Mitglieder, der möge sich doch bitte in Geduld üben…

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Nach meinem kurzen (sehr kurzen) Zusammentreffen mit Justin Sane, dem Sänger der Band, hat es mich gepackt. Ich konnte nämlich nur gebrochenes Schulenglisch. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab Englisch studiert, bin nach England gezogen und stand in Email-Kontakt zu Justin. Mit near-native Englisch kam ich also nach Deutschland zurück und traf Justin wieder und wieder auf sämtlichen Konzerten. Heute verbindet uns etwas ganz Besonderes. Wir sind beste Freunde. Wir lachen zusammen, wir weinen zusammen, wir lästern gerne, eben alles, was man so macht. Und: Das wird für immer so bleiben. So kanns gehn mit den Bands. Aber es kann auch anders sein.

 

 

Have you ever met someone and immediately connected with them so completely that you both knew you would be friends for life and always understand and trust each other regardless of separation by distance or time? Well, that is what I have with Linn. -Justin Sane-

Durch Anti-Flag habe ich so einige Bands kennengelernt. Von Gaslight Anthem über Against me bis hin zu The Loved Ones oder Hot Water Music, um nur einige zu nennen. Klingt nach einem Träumchen, oder?

Leider spielt Oberflächlichkeit eben auch eine ganz große Rolle. “Wenn du in der Nähe bist, sag Bescheid und wir treffen uns.” Wahlweise auch “wenn du jemals auf die Gästeliste willst, sag einfach Bescheid.” Natürlich wird das auch dem Publikum fleißig vermittelt “Diese Punk-Rock-Community ist einzigartig. Wir müssen zusammenhalten. Wir sind immer füreinander da.” Bla bla bla….

Tatsächlich aber gehört das zum guten Ton, schließlich verkaufen sich Platten immer noch am besten, wenn man eine persönliche Bindung zu den Fans pflegt. Irgendwie ist das auch verständlich. Wie sollen die Bands mit allen Fans dicke sein, wenn ich mir nicht mal im nomalen Leben den Namen meines Nachbarn merken kann? Immerhin spreche ich nicht von der big Community mit Horst. Er heisst wahrscheinlich nicht so, klingt aber besser. Ich grüße ihn einfach nur und frage, ob er einen neuen Rasendünger benutzt. Interessiert mich das? Nein. Gibt es Horst ein gutes Gefühl? Vielleicht.

Die große Seifenblase soll hiermit nicht zerplatzen. Natürlich gibt es wundervolle Menschen, die in den Bands spielen. Das beste Beispiel habe ich bereits genannt. Trotzdem möge hier der gut gemeinte Rat folgen: Manchmal hat man vor der Bühne mit seinen besten Kumpels und einem zwei acht oder zehn Bier mehr Spaß, als Backstage. Keep it real.

 

Titelbild von http://bust.com/move-your-asses-masses-l7-reunion-is-in-the-works.html

Image Credits: http://bust.com/move-your-asses-masses-l7-reunion-is-in-the-works.html




'Friends will be friends' have 1 comment

  1. April 16, 2015 @ 10:47 pm Dirk Diggler

    Jetzt ist ja raus, wer hier der große Anti-Flag Fan ist. Bei dem Zitat werden auch einige Fangirls neidisch. Ich sehe unsere Besucherzahlen in Gefahr.

    Aber zum Thema: Alles Marketing. Wir sind erreichbar, Down to Earth. Alles Bla Bla. Nichmal zwei Sekunden auf der Bühne für etwas Werbung unter Freunden Zeit.

    Und für den Fünfer ins Phrasenschwein: Actions speak louder than words.

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