Slednecks

Slednecks – Denn es muss wehtun

Ich mag MTV. Es ist raus. Und jetzt werde ich wahrscheinlich von Jutesack tragenden Berlinern mit neonfarbenen Air Max für bescheuert und geschmacksverirrt gehalten. MTV ist für mich noch nicht mal mehr ein guilty pleasure. MTV ist großartig. Aber nicht als Musiksender. Ja, ich stimme euch irgendwie  zu - MTV und alle anderen Musiksender im Fernsehen haben ihre Daseinsberechtigung in der Zeit von Youtube, Vevo, TapeTV und Putpat verloren. (Zumindest, wenn es um die pure Verbreitung von Content geht) Hört sich ja auch toller an – individuell zusammengestelltes Musikfernsehen. Ich find Musikvideos aber trotzdem irgendwie bescheuert. Vor allem, wenn man keine Extras, keine Geschichte oder sonstwas als Zugabe zur Musik bekommt. Natürlich gibt es Meisterwerke von Musikvideos, die eher Kurzfilmen ähneln. Hier hätten aber die bewegten Bilder auch ohne die Musik das Recht, bewundert zu werden, wie bei Thriller oder jedem Tenacious D Video. Aber sein wir mal ehrlich – das meiste Zeug ist Dreck, vor allem in Zeiten, in denen die Künstler ihre Videos selbst bezahlen müssen und die Taschen entweder leer sind – oder einen Igel beherbergen. Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. Ich mag MTV für die Serien. Angefangen mit Beavis and Butt-Head, MTV Cribs, I Bet You Will, The Andy Milonakis Show, Battle for Ozzfest, Real World, Jersey Shore, Geordie Shore, From G’s to Gents…. Es gab nie eine Zeit, in der nicht irgendeine Show von MTV zu meinen Lieblingssendungen gehörte. Und neuerdings ist das Slednecks. Und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht. Kein bisschen enttäuscht. Vor allem, da die Slednecks die Lücke in meinem Leben füllen, welche nach dem Absetzen von Buckwild aufgrund des tragischen Todes des eigentlichen Protagonisten Shain – "Gandee Candy“ entstand. Im Prinzip drehen sich beide Serien nur darum, mit welchen irrwitzigen, idiotischen und gefährlichen Shenanigans sich Teenager fernab der Großstädte unterhalten. (Wasilla, Alaska; Sissonville West Virginia). Und da fängt der Spaß an, denn was MTV hier bietet ist an sich genial: Was stellen die Teenager, welche als Kinder Jackass verschlungen und nichts besser zu tun haben, an? Wie genial ist das denn bitte? MTV hat sich mit Jackass ihre Schauspieler von morgen ganz einfach mal selbst gezüchtet! Naiv und selbstdestruktiv. Elchblut trinken, Eisbaden, Gletscherspringen, und bei alledem fast erfrieren.  Hier wird gezeigt, wie „don’t try this at home“ aussieht. Jetzt kann man natürlich darüber streiten, warum mir die Sendung so viel Freude bereitet. Hier kommt der Clou: Irgendwie bin ich etwas neidisch. Vor allem bei Slednecks ist die von Alaska gebotene Szenerie umwerfend. Als Freund von kälteren Gebieten würde ich sofort nach Alaska ziehen. Und ich bin auf noch etwas neidisch. Die Unbeschwertheit, mit der die Kids leben. Mir ist schon klar, dass ein großer Teil gescripted ist, aber hier ist die Cast auch nur stellvertretend nötig, stellvertretend für Not Giving a Fuck. Arbeit? Not Giving a Fuck. Würde? Not Giving a fuck? Verhütung? Not Giving a fuck. Insofern – Slednecks ist irgendwie Punk. Und das ich das gerade tatsächlich geschrieben habe - traurig. Und warum macht es mir Spaß? Das sind Extreme, die MTV der MTV…
Nudity - 42%
Schnee - 61%
Peinlichkeit - 90%

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Ich mag MTV. Es ist raus. Und jetzt werde ich wahrscheinlich von Jutesack tragenden Berlinern mit neonfarbenen Air Max für bescheuert und geschmacksverirrt gehalten. MTV ist für mich noch nicht mal mehr ein guilty pleasure. MTV ist großartig. Aber nicht als Musiksender. Ja, ich stimme euch irgendwie  zu – MTV und alle anderen Musiksender im Fernsehen haben ihre Daseinsberechtigung in der Zeit von Youtube, Vevo, TapeTV und Putpat verloren. (Zumindest, wenn es um die pure Verbreitung von Content geht) Hört sich ja auch toller an – individuell zusammengestelltes Musikfernsehen. Ich find Musikvideos aber trotzdem irgendwie bescheuert. Vor allem, wenn man keine Extras, keine Geschichte oder sonstwas als Zugabe zur Musik bekommt. Natürlich gibt es Meisterwerke von Musikvideos, die eher Kurzfilmen ähneln. Hier hätten aber die bewegten Bilder auch ohne die Musik das Recht, bewundert zu werden, wie bei Thriller oder jedem Tenacious D Video. Aber sein wir mal ehrlich – das meiste Zeug ist Dreck, vor allem in Zeiten, in denen die Künstler ihre Videos selbst bezahlen müssen und die Taschen entweder leer sind – oder einen Igel beherbergen.

Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. Ich mag MTV für die Serien. Angefangen mit Beavis and Butt-Head, MTV Cribs, I Bet You Will, The Andy Milonakis Show, Battle for Ozzfest, Real World, Jersey Shore, Geordie Shore, From G’s to Gents…. Es gab nie eine Zeit, in der nicht irgendeine Show von MTV zu meinen Lieblingssendungen gehörte. Und neuerdings ist das Slednecks. Und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht. Kein bisschen enttäuscht. Vor allem, da die Slednecks die Lücke in meinem Leben füllen, welche nach dem Absetzen von Buckwild aufgrund des tragischen Todes des eigentlichen Protagonisten Shain – “Gandee Candy“ entstand.

Im Prinzip drehen sich beide Serien nur darum, mit welchen irrwitzigen, idiotischen und gefährlichen Shenanigans sich Teenager fernab der Großstädte unterhalten. (Wasilla, Alaska; Sissonville West Virginia). Und da fängt der Spaß an, denn was MTV hier bietet ist an sich genial: Was stellen die Teenager, welche als Kinder Jackass verschlungen und nichts besser zu tun haben, an? Wie genial ist das denn bitte? MTV hat sich mit Jackass ihre Schauspieler von morgen ganz einfach mal selbst gezüchtet! Naiv und selbstdestruktiv. Elchblut trinken, Eisbaden, Gletscherspringen, und bei alledem fast erfrieren.  Hier wird gezeigt, wie „don’t try this at home“ aussieht. Jetzt kann man natürlich darüber streiten, warum mir die Sendung so viel Freude bereitet. Hier kommt der Clou: Irgendwie bin ich etwas neidisch. Vor allem bei Slednecks ist die von Alaska gebotene Szenerie umwerfend. Als Freund von kälteren Gebieten würde ich sofort nach Alaska ziehen. Und ich bin auf noch etwas neidisch. Die Unbeschwertheit, mit der die Kids leben. Mir ist schon klar, dass ein großer Teil gescripted ist, aber hier ist die Cast auch nur stellvertretend nötig, stellvertretend für Not Giving a Fuck. Arbeit? Not Giving a Fuck. Würde? Not Giving a fuck? Verhütung? Not Giving a fuck. Insofern – Slednecks ist irgendwie Punk. Und das ich das gerade tatsächlich geschrieben habe – traurig.

Und warum macht es mir Spaß? Das sind Extreme, die MTV der MTV Generation (also mir) liefern muss.(Und Boobs) Und da man ja heute schon so alles gesehen hat was es gibt, müssen sich Leute für einen halt verletzen oder dumm darstellen. So, dass es fast wehtut. MTV nimmt das in Kauf und freut sich. Das wird auch hier wieder deutlich, da Buckwild nach dem Tod von Shain nicht fortgesetzt wurde – man hat ja Anstand, versteht sich. Und dann 2 Jahre später kommt exakt dieselbe Sendung nochmal mit anderen Leuten und anderem Namen raus. Hat ja nichts miteinander zu tun – is klar. Aber egal, MTV schafft es wieder einmal, mich zu unterhalten. Hier lasse ich dann einfach mal den Simpsons den letzten Satz.

 

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'Slednecks – Denn es muss wehtun' have 3 comments

  1. November 6, 2014 @ 12:58 am Linn Skinnerd

    Liebster Dirk,

    Hier kommt mein Problem, das ich mit der Sache habe: Du bist kluk. K-L-U-K. Die meisten Zuschauer dieser Sendungen: nicht! Du kannst mit der Ironie der Dinge umgehen. Die meisten Zuschauer dieser Sendungen: nicht!
    Ich selbst bin bekennender Fan von Bauer sucht Frau. Eigentlich allen trash Sendungen. Ich liebe es, mich berieseln zu lassen. Und: Ich stehe auf Fremdschämen. Aber mein lieber Freund, was machen wir mit der zukünftigen herangezüchteten Generation, die diese Inhalte nicht so verarbeiten kann? Mein Trost: Fremdschämen ist gesichert, wenn sich die Jugend von morgen die Arschbacken zusammentackert oder ihre eigene Kotze isst. Dementsprechend: weiter so!

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  2. November 7, 2014 @ 5:40 pm Dirk Diggler

    Liebste Linn,

    vielen Dank für deine offenen Worte. Ich finde es sehr groß von dir, dich als Bauer sucht Frau Fan zu outen. Und als Fan des Trash TV, nicht zu verwechseln mit Thrash TV. Ich bin fast rot angelaufen, als du mich gelobt hast – ich meine, von so einer großartigen Frau hört man nicht alle Tage, dass man kluk ist. Und ja, ich kann diese Sendungen sehen, ohne mir gleich mein eigenes Antlitz auf den Rück stechen lassen zu müssen. Trotzdem, ist man nicht nur so gut wie das was man tut? Da stellt sich dann wirklich nicht nur wegen dem Trash TV die Frage, ob du mich zu unrecht gelobt hast.

    Aber bei einem gebe ich dir vollkommen recht – es gibt nur einen Platz, von dem aus man Trash TV schauen sollte: Das hohe Ross.

    Yours sincerely,
    Dirk Diggler

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  3. November 8, 2014 @ 6:13 am Hank Olson

    relevant und coming soon on noise affairs: being dumb is a choice. hank.

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