Schrei

Zum Schreien!

22:45 Uhr. Am Schreibtisch. Immer noch am Schreibtisch. Die Arbeit will dich nicht in Ruhe lassen. Ab und zu machst du kurz Pause, bis die Arbeit wieder leise in dein Ohr flüstert: “Nicht schwächeln. Weiter. Weiter. Weiter.” Und du gehorchst. Weil man das ja so macht. Und dann, so kurz vor dem Ziel, flattern zehn neue Emails rein und das Postfach meldet sich. Es schreit förmlich und fleht, noch bearbeitet zu werden. Bis die Ohren kräftig pumpen. Und du dann so: “Ach, FUCK IT!”

So gehts mir gerade. Und da hilft irgendwie nur Musik. Leider schleichen sich solche Momente relativ oft in mein Arbeitszimmer und ich wusste schon immer, dass ich gute Musik brauche, um wieder klarzukommen. Aber einfach den Lieblingssong anhören, hilft da schon lange nicht mehr. Deshalb habe ich eine Strategie entwickelt. Die ist grandios und führt quasi stufenweise zur völligen Entspannung. Das funktioniert wie folgt:

Schnapp dir deinen stärksten Song. So einen, den du hören würdest, wenn du mit einem Vorschlaghammer Dinge kaputt machen dürftest. Oder: wenn du in ein Kissen schrieest.

Das ist bei mir 88 Fingers Louie mit Slow Chorus Overlap. Laut. Posi Hardcore. Cover von Kid Dynamite. Kann also nur fantastisch sein.

88 Fingers Louie – Slow Chorus Overlap

Im nächsten Schritt suchst du dir ein Lied aus, das zwar schnell und laut ist, aber das auch schreien will “du bist awesome!”

Das ist bei mir Lemuria mit “In a World of Ghosts”. So ein bisschen Frauenstimme tut jedem gut.

Lemuria – In a World of Ghosts

Inzwischen müsstest du schon eine deutliche Erleichterung spüren. Weiter gehts! Bitte noch mit Gitarre, aber schon deutlich ruhiger.

Ich habe mich für Against Me & Tegan Quin mit “Borne on the FM Waves of the Heart” entschieden. Ja, da war der gute Tom Gabel noch Tom Gabel. Aber auch als Laura Jane Gace macht sie sich ganz gut. Gott sei dank ist die Stimme gleich geblieben. Aber weiter im Text. Dieses Lied darf NIEMALS in Vergessenheit geraten! Und wenn das noch nicht in eurer persönlichen Playlist mit aufgenommen wurde, tut es jetzt!

Anxiety, Anxiety you give me no mercy.
Grind my teeth smooth and flat in my sleep.
We took some pills to calm us down.
Then we needed help to come back up.
Just trying to stay in control of the situation.

Against Me & Tegan Quin – Borne on the FM Waves of the heart

Und schließlich noch das völlige Entspannungslied.

Efterklang – Dreams Today

Bitteschön! Und: Gute Nacht!




'Zum Schreien!' have 1 comment

  1. Oktober 22, 2014 @ 10:45 pm Dirk Diggler

    Großartig, 88 Fingers Louis! Auch wenn ich finde, dass der Spannungsbogen viel zu schnell abfällt. Obwohl, da muss man sich wohl zwingen, sonst kommt man nie ins Bett. Ich kram jetzt die “An Island” DVD raus und mache die Nacht durch. Verrückte Dänen. Fair enough, die finden Stockholm besser als Kopenhagen.

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